Editorial

Zürich ist die mit Abstand stärkste Tourismusregion der Schweiz. Auch 2017 konnten wir bei den Logiernächten zulegen. Und trotzdem: Die Hotellerie bleibt unter Druck. In den nächsten drei Jahren entstehen über 3000 neue Hotelzimmer. Das erhöht den Konkurrenzkampf und könnte einen Einfluss auf die Zimmerpreise haben.

Der Ökonomie des Teilens gehört die Zukunft. Dies gilt auch für die Tourismusbranche, in der Sharing-Economy-Modelle wie Airbnb mehr und mehr Platz einnehmen und eine Herausforderung darstellen. Wir unterstützen den Gedanken des Teilens. Aber: Geschäftsmodelle mit finanziellen Interessen müssen gleichen Regeln unterstellt sein wie herkömmliche Mitbewerber.

Und nicht nur die Ökonomie, die Welt als solche verändert sich rasant. So dürfen wir immer mehr asiatische Gäste bei uns begrüssen, weil in China und in Indien ein Mittelstand heranwächst, der es ich leisten kann, in Europa und damit in der Schweiz Ferien zu machen. Zürich wird zur Leisure-Reisedestination.

Damit stehen die Business-Gäste trotz Hochkonjunktur nicht mehr unangefochten an der Spitze. Das zeigt das Beispiel des Hotel Storchen: Vor zehn Jahren waren die Geschäftstouristen deutlich in der Überzahl, heute machen sie nur noch knapp 45 Prozent aus. Für uns ist deshalb klar: Zürich muss sich für diesen Wandel wappnen. Etwa mit Shopping-Möglichkeiten auch an Sonntagen oder einem Flughafen, der genügend Spielraum für Wachstum erhält. Mit den internen Public Affairs möchten wir uns in Zukunft bei Themen wie diesen stärker engagieren.

Das Jahr 2018 ist sehr erfreulich angelaufen,  das zeigen erste Übernachtungszahlen. In diesem Jahr feiern wir das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation. Ich selber bin immer wieder überrascht, wie wenig man über dieses sowohl für Zürich wie auch Europa so bedeutende Thema eigentlich weiss. Auch ich lerne täglich  Neues dazu und finde es spannend, dass Zürich bereits im 16. Jahrhundert ein Hort für revolutionäre Ideen war. Diesen Spirit sollten wir auch 2018 leben!

Verbleibt mir noch, Ihnen, liebe Mitglieder und Partner und dem motivierten Team von Zürich Tourismus, herzlichst meinen Dank auszusprechen.

Guglielmo L. Brentel, Präsident