Editorials

von Guglielmo L. Brentel und Martin Sturzenegger

Guglielmo L. Brentel

Zürich war auch im Jahr 2019 die mit Abstand stärkste Schweizer Tourismusdestination. Mit 6.53 Millionen Übernachtungen zählte sie ein Plus von 3.9 Prozent und so viele Gäste wie noch nie. Die Tourismusregion reicht von Baden und Winterthur über die Stadt Zürich und die Flughafenregion bis nach Rapperswil und den Kanton Zug. Aber eine neue, von den Zürcher Hoteliers in Auftrag gegebene Studie zeigt: Nicht nur die Logiernächte, sondern auch die Anzahl Hotelbetten verzeichnen enormes Wachstum. Das bedeutet, dass wir weiterhin alles Nötige tun müssen, um die steigenden Hotelkapazitäten zu decken. Ich bin eigentlich sehr zuversichtlich, dass uns dies gelingt.

Eigentlich. Denn neben den ganz alltäglichen Herausforderungen sind wir mit dem Ausbruch des Coronavirus unmittelbar Teil einer Krise, die auf den Standort Zürich, ja sogar weltweit ökonomische Auswirkungen hat. Alleine der chinesische Markt macht in der Tourismusregion Zürich knapp 5 Prozent Marktanteil aus. Für die nächsten Monate rechnen wir deshalb mit eindeutig weniger Gästen aus diesem Herkunftsland – aber auch zunehmend mit weniger Gästen aus anderen Regionen. Falls die Epidemie über die Sommermonate – also über die Hauptreisezeit – hinausgeht, müssen wir mit massiven Verlusten rechnen. Nicht nur für die Hotels, die überaus kulant bei Stornierungen reagieren, ist die Situation schwierig, sondern für die ganze Wertschöpfungskette. Gastronomie, kulturelle Institutionen oder der Detailhandel werden Ausfälle im Geschäftsjahr 2020 hinnehmen müssen.

Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass wir auch diese Krise meistern: dank der hervorragenden Arbeit von Ihnen, liebe Mitglieder und touristische Partner, aber auch dank der klugen Tätigkeit der Geschäftsleitung und der Mitarbeitenden von Zürich Tourismus. Dank Ihnen bekommt die Destination Zürich das professionelle und sympathische Auftreten, das unsere Gäste für einen Besuch in unserer schönen Stadt motiviert.

Guglielmo L. Brentel, Präsident

Martin Sturzenegger

Mögen Sie Schokolade? Ich schon. Darum freue ich mich – so wie ein Kind auf seinen Geburtstag – auf das laufende Jahr. Aber mehr dazu später. Zuerst möchte ich uns – auch Ihnen, verehrte Partnerinnen und Partner, verehrtes Mitglied – zu einem tollen Jahr 2019 gratulieren. Denn bei den Logiernächten legte die Subregion Zürich um 5.4 Prozent zu. Oder in ganzen Zahlen: 5.24 Millionen Übernachtungen wurden gezählt. Wichtig aber ist: Nur, wenn die Hotelzimmer gut und zu vernünftigen Preisen belegt sind, haben wir alle Ziele erreicht. Trotz Hotel-Boom und vielen neuen Zimmern stiegen die Belegung von 74.8 auf 75.1 Prozent und der RevPAR (Erlös pro verfügbarer Zimmerkategorie) von 170.2 auf 170.9 Prozent. Damit gehört Zürich im europäischen Städtetourismus zu den Top Fünf.

Den Marketingschwerpunkt legen wir seit 2019 für mehrere Jahre auf Kunst und Kultur. Im Hinblick auf die Erweiterung des Kunsthauses bauen wir das Narrativ einer Kulturmetropole touristisch auf. Eigentlich typisch Zürich: Objektiv gesehen spielen wir hier ganz vorne mit, nur wissen das noch viel zu wenige. Tatsächlich schimpft sich fast jede Metropole eine «Kulturdestination». Wie meistens bei der touristischen Positionierung zählt am Schluss die tatsächliche Erlebnisqualität vor Ort – was wird versprochen und was kann ich wirklich erleben? Hier punktet Zürich: Wir haben eine unglaubliche Breite und Qualität an Kulturangeboten. Das gilt es aufzuzeigen und bekannt zu machen.

Und jetzt noch zum angekündigten Highlight. Im Herbst 2020 eröffnet das neuste Museum auf dem Platz Zürich: das Lindt Home of Chocolate. In einem eindrücklichen Neubau der Stararchitekten Christ & Gantenbein begrüsst das Museum Liebhaber dieser süssen Speise mit einer interaktiven Multimediaausstellung, einem Shop, einem Café und einem breiten Kursangebot. Es freut mich zu verkünden, dass das Museum Key-Partner von Zürich Tourismus wird.

Martin Sturzenegger, Direktor