Editorial

von Guglielmo L. Brentel und Martin Sturzenegger

Guglielmo L. Brentel

Zürich ist die mit Abstand stärkste Tourismusregion der Schweiz. Auch 2017 konnten wir bei den Logiernächten zulegen. Und trotzdem: Die Hotellerie bleibt unter Druck. In den nächsten drei Jahren entstehen über 3000 neue Hotelzimmer. Das erhöht den Konkurrenzkampf und könnte einen Einfluss auf die Zimmerpreise haben.

Der Ökonomie des Teilens gehört die Zukunft. Dies gilt auch für die Tourismusbranche, in der Sharing-Economy-Modelle wie Airbnb mehr und mehr Platz einnehmen und eine Herausforderung darstellen. Wir unterstützen den Gedanken des Teilens. Aber: Geschäftsmodelle mit finanziellen Interessen müssen gleichen Regeln unterstellt sein wie jener der herkömmlichen Mitbewerber.

Und nicht nur die Ökonomie, die Welt als solche verändert sich rasant. So dürfen wir immer mehr asiatische Gäste bei uns begrüssen, weil in China und in Indien ein Mittelstand heranwächst, der es ich leisten kann, in Europa und damit in der Schweiz Ferien zu machen. Zürich wird zur Leisure-Reisedestination.

Damit stehen die Business-Gäste trotz Hochkonjunktur nicht mehr unangefochten an der Spitze. Das zeigt das Beispiel des Hotel Storchen: Vor zehn Jahren waren die Geschäftstouristen deutlich in der Überzahl, heute machen sie nur noch knapp 45 Prozent aus. Für uns ist deshalb klar: Zürich muss sich für diesen Wandel wappnen. Etwa mit Shopping-Möglichkeiten auch an Sonntagen oder einem Flughafen, der genügend Spielraum für Wachstum erhält. Mit den internen Public Affairs möchten wir uns in Zukunft bei Themen wie diesen stärker engagieren.

Das Jahr 2018 ist sehr erfreulich angelaufen,  das zeigen erste Übernachtungszahlen. In diesem Jahr feiern wir das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation. Ich selber bin immer wieder überrascht, wie wenig man über dieses sowohl für Zürich wie auch Europa so bedeutende Thema eigentlich weiss. Auch ich lerne täglich  Neues dazu und finde es spannend, dass Zürich bereits im 16. Jahrhundert ein Hort für revolutionäre Ideen war. Diesen Spirit sollten wir auch 2018 leben!

Verbleibt mir noch, Ihnen, liebe Mitglieder und Partner und dem motivierten Team von Zürich Tourismus, herzlichst meinen Dank auszusprechen.

Guglielmo L. Brentel, Präsident

Martin Sturzenegger

Der Blick zurück aufs Jahr 2017 erfüllt mich mit Freude – und mit Lust auf mehr, denn es fehlte wenig, um 2017 die 6-Millionen-Marke bei den Logiernächten in der Tourismusregion Zürich zu knacken. Die gute Konjunktur, das in den letzten Jahren immens erstarkte Weihnachtsgeschäft, das tolle Angebot, dass Sie, liebe Partner und Mitglieder, unseren Gästen bieten – es gibt viele Gründe für das Wachstum. Aber nicht zu vergessen ist: Die Zimmerpreise bleiben wegen den vielen neuen Hotels unter Druck.

Im Marketing setzen wir nach wie vor auf die bewährte Content-Marketing-Strategie. Sie ist nachhaltig, weil wir realisierte Kampagnen, Bilder oder Videos mehrfach wiederverwenden können. Frühere Kampagnen hatten eine begrenzte Haltbarkeit und erwiesen sich innert weniger Monate als überholt. Im Herbst präsentierten wir mit dem Redesign das neue Erscheinungsbild von Zürich Tourismus: Es ist frisch, modern und gleichzeitig eine Referenz an die Pioniere der Zürcher Grafik. Das Logo wurde neu entwickelt, einen Claim gibt es nicht mehr. 

Beim Anlass «Zurich meets Hongkong» zeigte sich Zürich von der besten Seite. Wir hatten einen spannenden Austausch mit unseren Hongkonger Kolleginnen und Kollegen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Tourismus und entdeckten viele Gemeinsamkeiten. Ein voller Erfolg war auch die zweite Ausgabe des Festivals FOOD ZURICH, bei dem die 400 involvierten Partner über 63'000 Gäste empfingen. Und: Die Aktion «Erleb dis Züri» kam sehr gut an. Nicht nur medial, sondern vor allem bei den Einwohnerinnen und Einwohnern von Zürich. Sie waren an zwei Wochenenden eingeladen, in Zürcher Hotels zu übernachten – zu atemberaubenden Preisen.

Bleibt der Blick in die Gegenwart. 2018 sind wiederum Food sowie neu die Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation unsere Schwerpunkte. Ich bin mir sicher, dass wir mit diesen beiden Themen, aber auch dank Ihnen, den stets verlässlichen touristischen Leistungsträgern und dank den mit viel Freude, Elan und Engagement wirken den Mitarbeitenden von Zürich Tourismus, die 6-Millionen-Marke knacken können.

Martin Sturzenegger, Direktor 

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